Decathlon PFAS Probleme: ZDF-Recherche zu Zelten, Verkaufsstopp und Greenwashing

Medium: TV
Quelle: Nach ZDF-Recherche: Decathlon stoppt vorsorglich Zeltverkauf wegen PFAS
Erscheinungsdatum: 2025-10-15
Sprache: Deutsch

Decathlon PFAS steht im ZDFheute-Bericht für den Widerspruch zwischen Nachhaltigkeitsversprechen und Laborfunden in Outdoor-Produkten.

Der Bericht untersucht Decathlon als günstigen Sportartikelanbieter mit eigenen Nachhaltigkeitspolitik-Zielen.

Im Mittelpunkt stehen PFAS-freie Produkte, Recyclingversprechen, Textilreste in Bangladesch und die Frage, ob Massenware nachhaltig sein kann.

Wichtig ist der Beitrag für Verbraucher, die Outdoor-Produkte, Zelte oder Sportkleidung kaufen und Nachhaltigkeitsaussagen inklusive der Kritik an Greenwashing einordnen wollen.


Was ist das Thema konkret?

Konkret geht es um PFAS in Decathlon-Zelten.

PFAS sind langlebige, schwer abbaubare Chemikalien, die wasserabweisende Eigenschaften ermöglichen. Im Bericht werden sie als Ewigkeitschemikalien bezeichnet.

Außerdem geht es um PET-Recycling, Textilabfälle, Produktionsbedingungen, Übergangsfristen sowie die Glaubwürdigkeit von Nachhaltigkeitskommunikation bei Decathlon.


Hauptaussagen des Beitrags

ZDFheute berichtet, dass Decathlon nach eigenen Angaben PFAS aus seinen Produkten verbannen wollte.

Im Zuge der Recherche wurden mehrere Chargen des betroffenen Zeltmodells an ein Labor geschickt.

Laut Beitrag wurden in allen vier getesteten Zelten nachweisbare Mengen an PFAS festgestellt. Bei zwei Zelten seien die EU-Grenwerte und die EU-Verordnung erlaubte Gesamtbelastung überschritten worden.

Das Labor nennt unter anderem 8:2-Fluortelomeralkohol (FTOH). Dieser Stoff soll laut Bericht auf Decathlons eigener Liste eingeschränkter Substanzen stehen.

Decathlon stoppte nach der Mitteilung vorsorglich den Verkauf von 257 Einheiten des betroffenen Zeltmodells und nahm diese vom Markt.

Das Unternehmen verweist zugleich auf eigene interne Prüfungen, die bei Zelten aus dem Jahr 2025 keine nachweisbaren Mengen an FTOH und Gesamtfluor ergeben hätten.


Analyse & Einordnung

Der Bericht zeigt vor allem das Problem der Kontrolle und die Diskrepanz der Untersuchungsergebnisse.

Wenn ein Unternehmen PFAS-freie oder PFAS-reduzierte Produkte kommuniziert, müssen Lieferketten, Materialien und einzelne Chargen zuverlässig geprüft werden.

Die Recherche legt nahe, dass einzelne Nachhaltigkeitsaussagen auf der Decathlon-Webseite während der Recherche geändert oder entfernt wurden – ein Beispiel für möglichen Greenwashing-Verdacht.

Das betrifft laut Beitrag Aussagen zu PFAS, PET-Flaschen in Textilien und der Weiterverwertung von Textilresten.

Für Verbraucher entsteht dadurch ein Vertrauensproblem. Nachhaltigkeit bleibt schwer überprüfbar, wenn zentrale Angaben nicht stabil, transparent und belastbar dokumentiert sind.


Gesundheit und Wirkung bei höherer Konzentration

Der Beitrag beschreibt PFAS-Chemikalien als umweltschädlich, schwer abbaubar und potenziell krebserregend bei höheren Konzentrationen.

Genannt werden mögliche Risiken durch Belastung von Grundwasser, Böden und Umwelt.

Eine konkrete Gesundheitsgefahr durch das getestete Zelt für einzelne Nutzer wird im Beitrag nicht belegt.


Technische und praktische Aspekte

PFAS werden im Outdoor-Bereich genutzt, weil sie wasserabweisende Eigenschaften unterstützen.

Bei Zelten, Jacken oder anderen Outdoor-Produkten ist das technisch relevant. Der Beitrag zeigt aber, dass genau diese Funktion mit Umweltschadstoffen verbunden sein kann.

Außerdem erklärt der Bericht, dass PET-Flaschen-Recycling in Textilien kritisch sein kann, weil PET-Flaschen bereits einen funktionierenden Recyclingkreislauf haben.

Textilien werden laut Beitrag dagegen kaum faser-zu-faser recycelt.


Einordnung für Haushalte

Für Haushalte ist der Beitrag relevant, weil günstige Outdoor-Produkte oft mit Nachhaltigkeitsaussagen beworben werden.

Wer Zelte, Regenkleidung oder Rucksäcke kauft, sollte solche Aussagen nicht automatisch als vollständigen Nachweis verstehen – insbesondere in Bezug auf PFAS.

Praktisch sinnvoll ist: Produkte länger nutzen, reparieren, unnötige Neukäufe vermeiden und bei Outdoor-Artikeln auf konkrete PFAS-Werte und entsprechende Angaben achten.


Fazit

Der ZDFheute-Bericht stellt Decathlons Nachhaltigkeitskommunikation kritisch auf den Prüfstand.

Besonders schwer wiegt der PFAS-Fund in getesteten Zelten, weil Decathlon zuvor PFAS-Ambitionen und eine Selbstverpflichtung kommuniziert hatte.

Der vorsorgliche Verkaufsstopp zeigt, dass die ZDF-Recherche praktische Folgen hatte.

Der Beitrag macht deutlich: Nachhaltigkeit bei Massenware braucht mehr als gute Ziele. Sie braucht Nachweis, Kontrolle und Transparenz entlang der gesamten Zuliefererkette.

Medium: TV
Quelle: Nach ZDF-Recherche: Decathlon stoppt vorsorglich Zeltverkauf wegen PFAS
Erscheinungsdatum: 2025-10-15
Sprache: Deutsch

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