PFAS: Warum der Stoff so gefährlich ist

Medium: TV
Quelle: PFAS: Warum der Stoff so gefährlich ist
Erscheinungsdatum: 2026-02-02
Sprache: Deutsch

PFAS gelten als Ewigkeitschemikalien, weil sie kaum abgebaut werden und sich in Umwelt, Wasser, Tieren und Menschen verbreiten.

Der ZDFinfo-Beitrag „PFAS: Warum der Stoff so gefährlich ist“ beleuchtet die Rolle von Industrieunternehmen, politischen Entscheidungen und belasteten Standorten in Europa.

Im Zentrum stehen Tefal in Frankreich, Akema bei Lyon, frühere Erkenntnisse aus den USA und die Frage, warum PFAS trotz bekannter Risiken weiter genutzt wurden.


Was sind PFAS und warum sind sie so problematisch?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Sie sind wasser-, fett- und schmutzabweisend und werden deshalb unter anderem für Antihaftbeschichtungen, wetterfeste Kleidung, Kosmetik, E-Autobatterien und andere technische Anwendungen genutzt.

Problematisch ist ihre extreme Langlebigkeit in der Natur und Umwelt. Die Substanzen werden daher auch als Ewigkeitschemikalien bezeichnet, da sie kaum abgebaut werden und sich dauerhaft ansammeln.


Hauptaussagen des Beitrags

Der Film zeigt, dass PFAS in Frankreich an mehreren Orten zu schweren Umweltproblemen geführt haben.

In Rumilly wurde das Trinkwasser 2022 so stark mit PFAS belastet, dass es nicht mehr konsumiert werden durfte. Der Beitrag stellt einen Zusammenhang zum früheren Einsatz von PFOA beim Pfannenhersteller Tefal her.

Tefal gibt an, seit 2012 keine PFOA-haltigen PTFE-Beschichtungen mehr herzustellen. Gleichzeitig zeigen interne Dokumente laut Beitrag, dass belastete Schlämme über Jahre in einem alten Steinbruch abgelagert wurden.

Ein zweiter Schwerpunkt ist der Standort Pierre-Bénite bei Lyon. Dort produziert Akema PFAS für technische Anwendungen. Laut Beitrag wurden bis 2022 jährlich mehr als drei Tonnen PFAS in die Rhône eingeleitet.


Analyse & Einordnung

Der Beitrag macht deutlich, dass PFAS nicht nur ein Stoffproblem sind. Es geht auch um Verantwortung, Informationspolitik und Kosten.

Besonders kritisch ist, dass bekannte Risiken laut Film über Jahrzehnte verharmlost oder nicht transparent kommuniziert wurden.

Der Film zeigt außerdem, wie Industrieargumente in politische Debatten einfließen können. In Frankreich wurde Kochgeschirr aus dem geplanten PFAS-Verbot ausgenommen. Kosmetik und Kleidung sollen dagegen ab Januar 2026 betroffen sein.


Gesundheitliche Auswirkungen von PFAS

Im Beitrag wird PFOA als besonders gesundheitsschädlich dargestellter PFAS-Stoff gezeigt.

Genannt werden mögliche Zusammenhänge mit Diabetes, Hoden-, Nieren- und Brustkrebs. Außerdem spricht der Umweltmediziner Philippe Grandjean über Risiken in der Schwangerschaft.

Laut Beitrag können PFAS über die Plazenta auf den Fötus übertragen werden. Auch Blutspenden und Muttermilch werden als mögliche Weitergabepfade genannt.

Nicht belegt ist im Beitrag ein direkter medizinischer Nachweis für jede einzelne Erkrankung der gezeigten Betroffenen.


PFAS in der Umwelt und im Trinkwasser

Rumilly nutzt seit 2022 eine Wasseraufbereitungsanlage mit Aktivkohlefiltern, um PFOA aus dem Trinkwasser zu entfernen.

Auch bei Akema wird laut Beitrag seit 2022 eine Aktivkohleanlage zur PFAS-Filterung eingesetzt.

Für belastete Böden zeigt der Film eine Bodenwaschanlage im Hafen von Antwerpen. Dabei werden Schadstoffe aus Bodenpartikeln gelöst. Ein vollständiger Nullwert wird jedoch als kaum erreichbar beschrieben.

Die weitreichende Belastung durch PFAS in der Umwelt ist somit ein zentrales Problem: PFAS gelangen über Industrieemissionen in Boden, Wasser und damit auch in Lebensmittel und Trinkwasser.


PFAS in Lebensmitteln und Alltagsprodukten

Für Haushalte ist der Beitrag relevant, weil PFAS in alltäglichen Produkten vorkommen können.

Dazu zählen beschichtete Pfannen, wetterfeste Kleidung, Kosmetik und möglicherweise Verpackungen oder technische Produkte.

Der Film unterscheidet zwischen PTFE als Antihaftmaterial und PFOA als früher eingesetztem Hilfsstoff. Tefal stellt PTFE im Beitrag als unbedenklich dar. Zugleich bleibt die Umweltbelastung aus früherer Produktion ein zentrales Problem.


Fazit

Der ZDFinfo-Beitrag zeigt PFAS als Umwelt- und Industrieskandal mit langer Vorgeschichte.

Die stärksten Passagen betreffen interne Dokumente, belastete Standorte und die Frage, warum bekannte Risiken nicht früher konsequent reguliert wurden.

Besonders relevant ist die Kostenfrage. Wenn Unternehmen nicht zahlen, bleiben Sanierung und Gesundheitsfolgen bei Kommunen, Krankenkassen und Verbrauchern hängen.

Medium: TV
Quelle: PFAS: Warum der Stoff so gefährlich ist
Erscheinungsdatum: 2026-02-02
Sprache: Deutsch

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